Nigel Cabourn - Die kunst der kollaboration.

Nigel Cabourn - Die kunst der kollaboration.

Jemand wie Nigel Cabourn, der Kultdesigner aus Nordengland, dessen Lebenswerk der Perfektionierung des von Haus aus guten britischen Sinns für Outdoor-Kleidung gewidmet ist. Es war eine himmlische Verbindung. Die Partnerschaft zwischen Cabourn und Peak Performance war naheliegend – zwei Experten für strapazierfähige Outdoor-Mode, die auf denselben kühlen Breitengraden Kleidung für Menschen auf eben diesen kühlen Breitengraden entwerfen, nur durch ein Meer voneinander getrennt. Doch Cabourn und Sofia Gromark Norinder, die Leiterin für urbanes Design von Peak Performance, mussten schnell feststellen, dass die kulturellen Unterschiede zwischen Nordengland und Schweden größer sind als erwartet.


Sie nutzten sie zu ihrem Vorteil. Sie verknüpften Cabourns britischen Ausgangspunkt und seine Expertise für globale Armeekleidung mit der speziellen skandinavischen Perspektive von Peak Performance und dem Know-how der Marke bei Ski- und Außenbekleidung. So entstand eine Kollektion für urbane Menschen, die in der schwedischen Militärkleidung wurzelt. Für Cabourn, der sein Label vor 40 Jahren gegründet und sein Leben lang ein Archiv an Armee- und Außenbekleidung aus der ganzen Welt zusammengetragen hat, war die Zusammenarbeit mit Peak Performance ein Augenöffner für die handwerkliche Qualität, für die diese Marke steht. Für Gromark Norinder, die mehrere Jahrzehnte jünger ist, war die Zusammenarbeit mit Cabourn eine Übung für einen stärker handwerklichen Ansatz in dem Bereich der Mode, den Peak Performance seit 30 Jahren beackert hat. Die beiden Designer haben sich zu einem Gespräch über ihre Kollektion getroffen.

Als Erstes: Wie würdet ihr diese Kollektion definieren?
Nigel Cabourn: Bei Kooperationen ist für mich entscheidend, dass beide Marken respektiert werden. Wir wollten das Beste von beiden Firmen aufgreifen. Es soll zu 50 Prozent nach Peak Performance und zu 50 Prozent nach Cabourn aussehen.
Sofia Gromark Norinder: Wir haben beide eine Leidenschaft für Handwerk und Innovation. Unsere Besonderheit liegt in der Vermischung unserer Fähigkeiten, aber auch in unserem starken Glauben an die Zukunft. Wir nutzen die Vergangenheit, um nach vorne zu schauen, und haben uns schon früh auf ein Konzept geeinigt: die schwedischen Gebirgstruppen. Schweden war nicht in viele Kriege verwickelt, aber wir haben hervorragende Armeekleidung für das Gebirge.

How did your differences as designers manifest themselves?
Sofia: Nun, ich bin eine Frau und Nigel ist ein Mann. Er hat doppelt so viel Erfahrung in diesem Geschäft wie ich und ich habe langes, dickes, rotes Haar und er hat überhaupt kein Haar. Ich bin in Paris und New York ausgebildet worden, er in London. Doch wir sind beide sehr haptisch und lieben Stoffe aus ganzem Herzen. Wir beziehen uns auch beide auf unsere eigene Geschichte – Nigel mit seinem Vater als Soldat und ich mit meiner Großmutter, die eine Textildesignerin und Näherin war.


Warum Armeekleidung?
Sofia: Armeeartikel werden auf ihre Vielseitigkeit als zweckorientierte Kleidungsstücke reduziert und sie spiegeln Komfort durch Technologie. Diese Kollektion umfasst Schnitte und technische Lösungen, die wiedererkennbar sind, doch die Materialien sind leicht, die Nähte sind versiegelt und wasserdicht und die Kleidung ist atmungsaktiv und daher für sehr intensive Aktivitäten geeignet.
Nigel: Ich bin ein Spezialist für Außenbekleidung, der auf der britischen Geschichte aufbaut. Ich habe mich immer für alles Militärische interessiert – die britische Armee, die britische Marine, die Royal Air Force. Diese Vorliebe ist naheliegend, denn ich bin Brite. Doch was mich wirklich interessiert hat, das waren die schwedischen Skipatrouillen in den Bergen. Wir haben sie als Inspirationsquelle für unsere Zusammenarbeit verwendet.

Welche Armeekleidung habt ihr besonders im Blick gehabt?
Nigel: Es gibt einen unglaublichen weißen Schaffellmantel mit Taschen aus Leinen, den die Skipatrouillen getragen haben. Ich habe ihn vor langer Zeit zusammen mit einigen anderen schwedischen Stücken in meine Sammlung geholt. Die schwedischen Skimäntel erinnerten ein wenig an das, was die Tenth Mountain Division der Amerikaner hatte. Sie trugen eine Oberbekleidung mit einem vollständigen Rucksack im Rücken der Jacke. Dieses Detail konnte ich verwenden, als Referenz auf die schwedische Armee. Es ist ein wasserdichter Camouflagestoff.

Wie verwandeln sich diese Referenzen in eine moderne urbane Uniform?
Nigel: Das ist echter Lifestyle. Du hast das richtige Sweatshirt, den richtigen Pullover, die richtige Hose. Ich habe auch eine Berghose entworfen, die man aber auch mit Sneakers tragen kann und die in der Stadt wirklich cool aussehen. Und auf diese Weise habe ich die ganze Kollektion gestaltet. Sie ist für das Skifahren geeignet, aber auch für das Leben jenseits der Pisten.

Wie gut kanntest du Peak Performance vor der Zusammenarbeit, Nigel?
Nigel: Ich kenne sie seit vielen Jahren aus der Zeit, als sie noch den Indianer als Logo hatten. Als ich sie das erste Mal besuchte, zeigte man mir das Buch mit ihren bisherigen Entwürfen, und daran musste ich oft denken. Sie haben auch eine lange Geschichte – jetzt 30 Jahre –, und sie verstehen etwas von guter Qualität und echter Kleidung. Ich denke, es gibt viele Schnittstellen zwischen uns.

Welche Eindrücke hast du diesmal bekommen?
Nigel: Es war toll. Ich habe schon viele Kollaborationen hinter mir, doch die mit Peak Performance war wohl die professionellste, die ich jemals gemacht habe. Die Leute dort sind wunderbar. Sie haben die Sache sehr ernst genommen. Sie waren nicht zurückhaltend – alle waren daran beteiligt. Eine große Mannschaft. Für sie war es die erste Zusammenarbeit überhaupt, in 30 Jahren.


Wie war es, mit Nigel zusammenzuarbeiten?
Sofia: Er ist eine Legende und ein totaler Nerd, ein fantastischer Experte und und toller Mensch – energetisch und fordernd, aber gleichzeitig sehr liebevoll. Nigel hat eine sehr starke Leidenschaft für das Produkt. Er hat eine sehr junge Seele und Persönlichkeit. Er ist ein „junger, alter Mann“ und man muss vorsichtig sein und Respekt zeigen! Ich musste eine ganze Menge weibliche Finesse anwenden. Er glaubt, dass er genau das bekommen hat, was er wollte, und ich habe genau das bekommen, was ich wollte! Doch bei einer Zusammenarbeit geht es nicht darum, wer welche Idee eingebracht hat, sondern es geht um Teamwork. Teamwork makes the dream work.

Hat er etwas gesagt, an das du später denken wirst?
Sofia: „Es ist eine Arbeit aus Liebe.“ Das ist seine Philosophie und sein Anreiz und seine Triebkraft, um ein unsterbliches Produkt zu schaffen.

Und was ist mit Nigels persönlichem Stil?
Sofia: Er hat seine Uniform geschaffen. Er hat starke Markenzeichen in seinen charakteristischen Stücken wie die Bommelmütze und die Latzhose – eine gewagte, aber heutige Silhouette, die sich nicht ändert. Das ist genau seine Persönlichkeit. Er interessiert sich für Jugendkultur und liebt junge Menschen und ihre Energie und Haltung. Seine Kleidung sieht bei jungen Leuten cool aus und sorgt dafür, dass der Träger noch cooler und interessanter aussieht. Man wirkt einfacher stärker nach außen.
Nigel: Ich trage einfach, worauf ich Lust habe. Ich trage ständig Latzhosen, und deshalb haben wir Latzhosen gemacht, die vollständig mit Daunen gefüllt und schlangenförmig gesteppt sind. Man mixt einfach, was gut aussieht. Ich habe 4.000 Vintage-Teile, die ich in 40 Jahren zusammengetragen habe. Alles, was ich kaufe, ist für die Funktion. Ich kaufe immer noch keine Maßkleidung – zuerst kommt für mich der Komfort. Und das habe ich auch in diese Kooperation eingebracht. Die Schweden scheinen lieber Sachen zu mögen, die gut sitzen.

Warum liegt der Fokus der Mode gerade auf Outdoor- und Armeekleidung?
Nigel: Ich denke, es liegt daran, dass sie so praktisch ist. Die Leute wollen nicht nur einfach gut aussehen. Wenn man nach Stockholm blickt, sieht man, dass die Leute Sport in ihren Lebensstil bringen.

Was macht Peak Performance und Nigel Cabourn zu einem perfekten Paar?
Sofia: Es ist eine Win-win-Situation. Wir respektieren die Kenntnisse des jeweils anderen und bringen neues Leben hinein. Um sich die Zukunft vorstellen zu können, muss man an die Vergangenheit denken – darum geht es. Es ist der kraftvolle Kontrast zwischen dem Handwerklichen und dem Technischen.